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  Talking Cities
DIE MIKROPOLITIK DES URBANEN RAUMS
 
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Symposium 29.9.2006
Magazin Launch
eine Ausstellung zur ENTRY2006 - PERSPEKTIVEN UND VISIONEN IM DESIGN
vom 26. August bis 3. Dezember 2006, Zeche Zollverein, Essen


TALKING CITIES EXHIBITION, kuratiert von Francesca Ferguson und urban drift
productions Ltd., vereint innovatives, internationales Design, Architektur und räumliche Interventionen in einer multidisziplinären Ausstellungsplattform. Die 35 Protagonisten machen in der dichten Collage aus Statements und Konzepten den Dialog über die Neustrukturierung und Reaktivierung der marginalen, verwaisten und öffentlichen Räume unserer Städte greifbar.

Talking Cities ist als transdisziplinäre Ausstellung für die Kohlenwäsche der Zeche Zollverein konzipiert, dem spektakulären Weltkulturerbe inmitten der Industrielandschaft des Ruhrgebiets. Im Kontext des internationalen Architektur- und Designforums ENTRY2006 bestand die kuratorische Aufgabenstellung darin, sich von der sich transformierenden Natur des Geländes selbst und der sie umgebenden urbanisierten Landschaft inspirieren zu lassen.

Der Standort Zollverein befindet sich im Transformationsprozess zu einem Zentrum für internationales Design und Kultur und damit zu einer höchst relevanten Kulisse für die Präsentation von Architektur und urbanem Design, die die klassische Definition von Architektur erweitern, hin zu einer wandelbaren, flexiblen Architektur, die diesen Zustand des Übergangs anerkennt und sich an ihm erfreut. Das Ruhrgebiet wird immer wieder in Studien und Prognosen, nicht zuletzt durch MVRDV und OMA, thematisiert. Der dichte Ballungsraum kleinerer und größerer Städte und ihre Durchsetzung mit postindustriellen Landschaften, Industriedenkmälern und Brachen sind symptomatisch für die zeitgenössische Stadtlandschaft innerhalb und außerhalb Europas.

Mit 35 Ausstellungsbeiträgen aus 16 Ländern wird auf der 17-Meter-Ebene der Kohlewäsche eine dichte Collage von Aussagen, Thesen und Installationen entstehen. Das Ausstellungsdesign wird sich dabei sowohl auf die elegante Pragmatik der Industriearchitektur von Zeche Zollverein beziehen als auch auf die Funktionalität einer informellen Stadtstruktur. Diese dockt sich für 100 Tage dem vorhanden Raum buchstäblich an – wie es zum Beispiel von der britischen Gruppe
Archigram in den 1960er Jahren vorausgedacht worden war – und erlaubt es den individuellen Beiträgen, das strukturelle Raster dieser Stadtstruktur zu verändern und anzupassen. Großformatige Fotografien zahlreicher Stadtlandschaften werden im Innenraum das Gefühl der Urbanität vermitteln.

So präsentiert Talking Cities Strategien der Architektur und des urbanen Designs sowie künstlerische Positionen, denen es um eine Neudefinition der Potentiale und Möglichkeiten architektonischer Praxis geht: Sie soll ein wesentliches, gesellschaftlich relevantes Kommunikationsmittel sein. Zitate und Aussagen – auf Grafikbändern in Szene gesetzt, die sich zwischen die Elemente der Ausstellungsstruktur spannen – werden den kollektiven Dialog über heutige Stadtlandschaften sichtbar machen und dabei besonderes Augenmerk auf die Motivation und innovativen Ansätze der Protagonisten legen.

Die Dichte der Ausstellung wird ein konzeptioneller Basar räumlicher und urbaner Praxis sein und Nebeneinanderstellungen erzeugen, die durch Provokateure aus der Architektur wie
Cedric Price inspiriert sind. Talking Cities verdeutlicht, wie wichtig und notwendig politisches und soziales Engagement in der heutigen Praxis ist, und bezieht sich dabei bewusst auf den Kollektivgeist und Aktivismus, die die Architektur und das urbane Design in den 1970er Jahren prägte. Die Ausstellungsteilnehmer verfolgen gemeinsam das Ziel, die peripheren, unterschätzten öffentlichen Räume der zeitgenössischen Stadt neu zu ordnen und zu planen; neue Verknüpfungen herzustellen und diese Flächen zu reaktivieren. Die Ausstellung will neue Perspektiven innerhalb der fragmentierten und dispersiven urbanen Bedingungen und Typologien aufzeigen, die Städte und Ballungsräume gegenwärtig prägen. Dabei konzentrieren sich die Ausstellungsbeiträge meist auf einfache und klein-maßstäblliche Interventionen und Lösungen – oft kontroverser – urbaner Situationen und Räume – gemäß dem Untertitel der Ausstellung: „die Mikropolitik des urbanen Raums“.
 
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